Wie die Maschine arbeitet
Eine Stubbenfräse trägt Holz mit einer schnell rotierenden Scheibe ab, die mit Hartmetallzähnen besetzt ist. Sie pendelt seitlich über den Stock und senkt sich Schicht für Schicht ab. Es wird nichts gehebelt, nichts gezogen und nichts ausgerissen — deshalb bleibt der Boden ringsum weitgehend unberührt.
Das ist der ganze Unterschied zum Ausbaggern. Ein Bagger braucht Platz, hebt den kompletten Wurzelballen samt umgebendem Erdreich aus und hinterlässt ein Loch, das verfüllt und verdichtet werden muss. Die Fräse hinterlässt eine Mulde voller Späne.
Was vor dem ersten Zahn geklärt sein muss
Der teuerste Fehler beim Fräsen ist eine getrennte Leitung. Die Fräse merkt nicht, dass sie auf ein Erdkabel trifft; sie trennt es und arbeitet weiter. Vier Dinge klären wir deshalb vorher:
- Hausanschlüsse. Wasser, Gas, Strom, Telekommunikation. Sie liegen regelmäßig flacher, als der Bauplan vermuten lässt.
- Eigenbauten im Garten. Bewässerungsleitungen, Erdkabel zur Gartenbeleuchtung, Drainagen und Sickerrohre — das sind die häufigsten Treffer, weil sie in keinem Plan stehen.
- Bauwerke im Boden. Zisterne, Sickerschacht, Kellerlichtschacht, Fundamentvorsprünge.
- Der Stock selbst. Alte Zaunreste, eingewachsene Drähte und Nägel zerstören Zähne. Wo ein Zaun am Baum befestigt war, wird vorher gesucht.
Wie viel Tiefe wofür
| Danach entsteht | Empfohlene Tiefe | Anmerkung |
|---|---|---|
| Rasen | 20–30 cm | Fräsgut abfahren, mit Mutterboden verfüllen |
| Beet, Strauchpflanzung | 30 cm | Fräsgut kann teilweise bleiben |
| Pflaster, Platten, Zufahrt | ab 40 cm | Fräsgut vollständig heraus, sonst sackt der Belag |
| Neuer Baum an gleicher Stelle | ab 40 cm, zusätzlich breit | Bodenaustausch nötig |
| Fundament, Bauwerk | Fräsen reicht nicht | Wurzelballen ausbaggern |
Der wichtigste Punkt steht in der letzten Spalte der vorletzten Zeile: Ein neuer Baum will nicht in ein Loch voller Holzspäne. Späne binden beim Verrotten Stickstoff, und die Neupflanzung kümmert. Deshalb wird an dieser Stelle ausgetauscht statt verfüllt.
Zugang: was die Maschine braucht
Stubbenfräsen gibt es in mehreren Größenklassen. Die kleinen, handgeführten Geräte passen durch eine Türbreite von rund 80 Zentimetern und kommen damit in fast jeden Hinterhof — für die gründerzeitlichen Quartiere in Zwickau undCrimmitschau ist das der entscheidende Punkt. Größere Fräsen brauchen mehr Platz, arbeiten dafür starke Stöcke deutlich schneller ab.
Was wir vor dem Termin wissen sollten:
- engste Stelle auf dem Weg zum Stock, in Zentimetern
- Stufen oder Steigungen auf diesem Weg
- Durchmesser des Stocks an der breitesten Stelle
- Untergrund: Rasen, Pflaster, Schotter, Hanglage
Was das mit der Fällung zu tun hat
Am günstigsten ist das Fräsen im selben Zug mit der Fällung: Die Anfahrt fällt nur einmal an, und der frische Stock lässt sich noch auf eine Höhe kürzen, die der Fräse entgegenkommt. Ein Stock, der bodennah abgeschnitten wurde und über den bereits Rasen gewachsen ist, macht mehr Arbeit als einer, der zwanzig Zentimeter hoch steht.
Wir fräsen aber auch nachträglich, und zwar unabhängig davon, wer gefällt hat. Ob im Einzelfall überhaupt gefräst werden muss oder ob eine andere Lösung sinnvoller ist, steht auf der Seite Baumstumpf entfernen.