Die Ufergehölze und warum sie Arbeit machen
Wilkau-Haßlau liegt in einem Talkessel am Fuß des Erzgebirges, durchschnitten von der Zwickauer Mulde und dem Rödelbach. Der Ort wuchs mit Steinkohle, Eisenindustrie und der Kammgarnspinnerei; entsprechend eng stehen Werkswohnbauten, Hausgärten und Ufergehölze beieinander.
Zwickauer Mulde und Rödelbach durchziehen den Ort. Was am Ufer wächst, steht im Wasserwechselbereich — mal nass, mal trocken, oft mit wechselndem Grundwasserstand. Durchgesetzt haben sich dort die Arten, die das aushalten: Weide, Pappel, Erle.
Ufergehölze an Mulde und Rödelbach stehen im Wasserwechselbereich. Weiden und Pappeln bilden dort viel Totholz aus, und zwar in Kronenhöhe über Wegen — das ist der häufigste Verkehrssicherungsfall im Ort. Alle drei wachsen schnell und bilden weiches Holz. Schnelles Wachstum bedeutet, dass die Krone dem Wurzelwerk davonläuft und dass im Kroneninneren regelmäßig starke Äste abgestoßen werden. Über einem Uferweg oder einem Stellplatz ist genau das der Schadensfall. Wie wir Totholz entnehmen und warum nicht überall, steht auf einer eigenen Seite.
Der zweite Punkt betrifft die Standsicherheit. Wo der Grundwasserstand hoch ist, wurzelt ein Baum flach — dasselbe Muster wie bei flachgründigem Boden, nur aus anderem Grund. Nach Hochwasser oder längerer Nässe ist die Verankerung zusätzlich geschwächt.
Wem der Uferbaum gehört
Vor jeder Arbeit am Gewässer steht die Frage nach dem Flurstück. Ufergehölze stehen häufig auf Flächen des Gewässerunterhaltungspflichtigen oder der Kommune — aber nicht überall; mancherorts reichen Privatgrundstücke bis ans Wasser.
Das ist keine Formalie: Ein Baum auf fremdem Grund darf nicht ohne Verfügungsbefugnis bearbeitet werden, auch nicht, wenn er über das eigene Grundstück ragt. Für den Überhang gelten dann die Regeln des Nachbarrechts, die wirauf der Seite zum Heckenschnitt beschreiben.
Werkswohnbau: zusammenhängende Bestände
Der Ort wuchs mit Steinkohle, Eisenindustrie und der Kammgarnspinnerei. Aus dieser Zeit stammen zusammenhängende Wohnbestände mit gemeinsam angelegten Grünflächen — und damit Baumbestände, die einem einzigen Eigentümer gehören.
Für solche Bestände lohnt sich die Regelkontrolle nach FLLmit Kataster. Der Aufwand fällt einmal an, danach steht für jeden Baum fest, wann er wieder angesehen werden muss. Das ist billiger als Einzelaufträge und im Schadensfall der Nachweis, auf den es ankommt.
Kurze Wege, ganzer Ort
Mit 6 Kilometern und rund 12 Minuten Fahrzeit ist Wilkau-Haßlau der nächstgelegene Ort unseres Einsatzgebiets. Das hat einen praktischen Vorteil: Auch kleinere Arbeiten — eine einzelne Totholzentnahme, ein Heckenschnitt — rechnen sich hier, weil die Anfahrt nicht den halben Auftrag ausmacht.
Angefahren werden die Kernstadt (08112) und die Ortsteile Wilkau, Niederhaßlau, Oberhaßlau, Haara, Neuhaara, Culitzsch, Rosenthal, Sandberg, Silberstraße. Der Ort zählt 9.318 Einwohner und liegt auf rund 280 Metern in einem Talkessel am Fuß des Erzgebirges.