Die vier Wege im Vergleich
| Weg | Passt, wenn | Nachteil |
|---|---|---|
| Fräsen | Rasen, Pflaster, Beet oder Neupflanzung geplant; enger Zugang | Feinwurzeln bleiben im Boden |
| Ausbaggern | kompletter Wurzelballen muss weg, etwa vor einer Gründung | braucht Zufahrt, hinterlässt eine zu verfüllende Grube |
| Stehen lassen | Fläche bleibt ungenutzt, keine anfälligen Gehölze in der Nähe | Verrottung dauert Jahre, Stolperstelle |
| Umnutzen | Stock wird bewusst zum Pflanzgefäß oder zur Sitzgelegenheit | wird mit der Zeit morsch und muss doch weg |
Ein fünfter Weg wird häufig genannt und funktioniert nicht: das chemische Auflösen.
Warum chemische Stubbenmittel keine Lösung sind
Die im Handel erhältlichen Präparate arbeiten meist auf Basis von Salpeter. Sie werden in gebohrte Löcher eingefüllt und sollen den Stock zersetzen. Was tatsächlich passiert: Die Verrottung wird geringfügig beschleunigt. Der Stock löst sich nicht auf, und die Wartezeit bleibt bei Jahren statt Wochen.
Dazu kommt die rechtliche Seite. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist auf versiegelten Flächen und an sie angrenzend in Deutschland grundsätzlich untersagt. Wer den Stock in einer Pflasterfuge oder direkt neben der Einfahrt behandeln will, tut also genau das, was nicht zulässig ist. Wir raten davon ab — nicht aus Prinzip, sondern weil das Ergebnis den Aufwand nicht rechtfertigt.
Der Punkt, der meistens fehlt: Hallimasch
Ein Wurzelstock ist eine große Menge totes Holz im Boden, und totes Holz ist Nahrung. Zu den Organismen, die davon leben, gehört der Hallimasch. An totem Holz ist er unproblematisch — er tut genau das, wofür er da ist.
Problematisch wird es, wenn in der Nähe geschwächte lebende Gehölze stehen. Hallimasch kann von einer Totholzquelle aus auf lebende Bäume übergehen und den Stammfuß befallen, und ein befallener Stammfuß ist der klassische Standsicherheitsfall.
Wie lange ein Stubben zum Verrotten braucht
Wer sich für das Stehenlassen entscheidet, sollte die Größenordnung kennen. Sie hängt an Holzart, Durchmesser und Feuchte:
- Weichlaubholz wie Weide, Pappel und Birke: verhältnismäßig schnell, meist wenige Jahre.
- Hartlaubholz wie Eiche und Robinie: deutlich langsamer, oft über ein Jahrzehnt.
- Nadelholz liegt dazwischen, harzreiche Stöcke wie Lärche halten sich lange.
Und bei manchen Arten passiert das Gegenteil von Verrottung: Weide, Pappel, Robinie und Essigbaum treiben aus dem Stock wieder aus, teils über Wurzelbrut mehrere Meter entfernt. Bei diesen Arten ist Stehenlassen selten eine Ruhelösung.
Wenn an derselben Stelle wieder gepflanzt werden soll
Das ist in Zwickau ein häufiger Fall, weil die Gehölzschutzsatzung eine Ersatzpflanzung im Verhältnis 1:1 verlangt — und der naheliegendste Ort dafür ist der alte Standort.
Dabei sind zwei Dinge zu beachten:
- Kein Pflanzloch im Fräsgut. Holzspäne binden beim Verrotten Stickstoff. Der Bereich wird ausgetauscht, nicht verfüllt.
- Bodenmüdigkeit beachten. Rosengewächs auf Rosengewächs — etwa Apfel nach Apfel — geht selten gut. Ein Artenwechsel oder ein Standortwechsel um wenige Meter löst das Problem.
Welche Fristen für die Ersatzpflanzung gelten und wann stattdessen die Ausgleichszahlung greift, steht auf der Seite zum Anzeigeverfahren.Wie tief für welchen Zweck gefräst wird, steht auf der Seite zum Wurzelfräsen.